ANNAHWELT
GLÜCKLICH WIE EIN KIND SEIN, DER WELT INS GESICHT LÄCHELN

 

                                                                

                                                   "VERSCHLAFENER MOND"
 

 Im Lenzmonat ist der Mond oft verschlafen, geht früh zu Bett.

 Den Acker mit Sternensaat hat er bereits  bestellt.

 Blinkende Sterne sprießen, drehen Pirouetten, ein Ballett tanzen.
 Biegsame Geigenbögen streichen, die Weltkapelle musiziert endlos.
 Die blaue Hülle dicht bedeckt, klingelt, damit der Barde nicht alleine fährt.
 Geschickt lenkt er das Gespann, eilt durch tadellose Bahnen.
 Die Lichtfülle sitzt wie ein Sombrero auf dem Kopf.
 Versunken imn zarten Lyratönen, fast verloren, von poetischen Träumen befangen.
 Er lauscht alte Heldenliedern, läßt epische Bilder vorbeiziehen, Bardiete leise hallen.
 Tänzerische Gedanken baumeln, ein Flügelschwinger flattert.
 Der Troubadour hat sich verguckt, liebt das kleine Flitterpünktchen.
 Das Glück lächelt glücklich.
 Der schöne Caballero kennt die Kunst der Verführung, küsst heimlich die Göttin Freyja.
 Eine neue Fuge flämmt, Reim und Rhythmus stürmen, Methaphern finden sich wieder.
 Othellos Augen starren, auch dem Wassermann gefällt das Sternchen.
 Vielleicht versucht er es ihm auszuspannen.
 Der launenhafter Pierrot wechselt sein Gesicht, der Mime braucht die Masken,
 zieht das Narrengewand an, spielt magisches Theater.
 Spricht Zauberformeln, die Wunderlaterne fängt an zu leuchten,
 funkelnde Strahlen schlingen, Dunkelheit versilbert.
 Wildwüchsige Äste werfen Schatten, bilden kauzige Figuren.
 Der unverbesserliche Romantiker steht vor dem Fensterbrett,
holt blaue Märchen vom Himmel herunter, streut rosige Illusionen.

 Immer wieder erlebt er Abenteuer, schaukelt Meere mit kräftiger

Hand im uraltentTakt.

 Hohe Wellen schlagen Tambouren , malerische Melodien rauschen.
 Will die Nacht für sich behalten bis zwei Merkurhähne krähen,
 laut verkünden, dass Aurora den Osthimmel färbt.
 Die Sonne auf dem Feuerräderwagen bricht durch die Wolken.
 Noch scheint ein blasses Aquarell am Firmament, von der Phantasie besungen.
        
  M.K. am 28.10.2007