Smaragdgrüne Laubkuppeln besticken das Ästedach.
Dort sitzt der Erlkönig, der das grüne Werk beschaut.
Unzählige Bäumegesichter lächeln, Besuchern die Hand reichen willkommen heißend.
Ein stattlicher Frühlingsherold steckt ein Veilchenstrauß an die Kante des breitkrempigen Glockenhutes.
Das Naturfest blüht.
Der Grünfink singt eine Kantate vom Vögelchor begleitet.
Blaugrüne Blättergeigen streichen die Winde.
Marie dreht sich um, Melanie und Manel warten, wollen zusammen Bäumchen wechsel dich spielen.
Die majestätische Eiche wacht wie unbeugsamer Soldat, ihren Stamm bedeckt schwarzgraue rubbelige
Borke, formt fabelhafte Antlitze der Sonne, des Mondes, der Sterne.
Künstlerische Figuren rooben hinauf.
Sie ziehen eine unsichtbare Nabelschnur zu den neun Planeten, verschlossene Chiffre sendend.
Tief unter mächtigen Schlangenwurzeln bewahrt sie die Brautlade der Natur.
In der Schmuckschatulle hortet sie prächtige Gewänder, auch ein glänzend grünes Hochzeitkleid,
achtet den apfelroten, vagabundierenden Vollmond, schätzt die nächtlichen Zwiegespräche,
liebt das romantische Flair, schließt einen Zauberkreis.
Im eigenen Auftrag tausendjährige Geschichten fabelnd, Wortbilder malt,
gepflegte Laute der Baumsprache fließen.
Die Zuhörer versetzt geschwind in vergangene Zeiten.
Zweirädrige keltische Streitwagen rasen, die Krieger stehen schlagkräftig bereit
das bebaute Land zu verteidigen, Streitachsen schwingen.
Abends brennt das Lagerfeuer, Knochenflöten spielen und die Barden besingen die Heldentaten.
Alle können den geharnischten Ritter hoch zu gepanzertem Ross bewundern.
Der Nasenbügelhelm und das nicht brechende Schwert glänzen.
Truppenfahnen wehen, Arkebusiere marschieren,
Hackenbüchsen schleppend fortwährend schreiten Lanzknechtrotten sogar Panduren gehen entlang.
Unaufhörlich entstehen neue Bilder.
In der blausamtig verzierten Sänfte, von reich geschmückten Pferden getragen,
strahlt eine hübsche Prinzessin.
Stämmige Hellebardenträger beschützen das Mädchen.
Ihre zwei Meter langen Stoßwaffen schrecken den Feind.
Goldene Tressen verschönern die Seidenwänder und das Dach.
Die Elstern sind entzückt, Gold fesselt ihren Blick.
Ihr schwarzer Rock und das weiße Jabot finden sie unbeschreiblich schick,
tratschen stets, die Nachrichten verdoppeln.
Ganz nah Keilereckzähne graben genüßlich länglich runde Eicheln aus.
Ihre Purzel drehen sich vor Freude .
Zwanzig Satzhasen entfernt bewirtschaftet die große Linde,
ihr walzenrundiger, rissiger Stamm, ihr Anwesen.
Hochgeschossen breitet sie einen schützenden Blätterschirm.
Junge Triebe bilden fleißig Blüten.
Im Sommer gehen gelbliche Blüten auf, Honigdüfte streuen, das Bienenvolk rufen.
Die biegsame Linde obwohl beschäftigt, nimmt das Fabulieren der alten Eiche wahr.
Ungewollt schleichen vergessene Szenen vorbei.
Spricht die Spielgefährtin an:" Gibt zu mein Engelchen,
die kugelige Welt war damals einfacher zu verstehen, das griechische Atom unteilbar,
das Firmament ohne Bombengeschwader".
Der Mensch erweitert sein Wissen, spaltet Uran, der zweibeinige Bruder rüstet gegen sich selbst.
Uranus, der siebente Planet des Sonnensystems,Ehemann der Erde, warnt.
"Nur ein Fehler, was dann ?".
Selbstbewusste Vernunft verlangt nach ewigen Weltfrieden.
Das Leben gedeiht, bekommt leuchtende grüne Farben.
Ein rudel Rothirsche trampelt im Dickicht, mächtige Stangen gehen zwischen den Bäumen hindurch.
Das Pfaffenhütlein bäckt rosenrotes, vierkantiges Rotkelchenbrot, lädt Pipmatze zum Abendtisch ein.
Die kleine Marie fragte:
„Sag mir Großpapa, kann man ein Märchen mit der Wirklichkeit verwechseln ?“.
Der Großvater schwieg.
Nach einer Weile bemerkte er: „Du weiß es. Du entscheidest allein."