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XVII TREFFEN MIT ROSENKATZEN
Ich schaute durch die Terrassentür in den Garten. Es regnete wieder. Die Pflanzen stöhnten seit Tagen unter der ungewöhnlichen Regenmenge. Die Rosen gebeugt warteten geduldig auf die Sonne. In den Wasserpfützen spiegelten sich die grauen Wolken. Allerdings, es glänzte auch pink orange aus der Regenwasserpfütze auf der Terrasse. Es war ein Frosch, der anstatt zu quacken wie es üblicherweise es die Frösche tun, hat angefangen zu pfeifen. Es klang wie bekannte italienische Melodie: "O sole mio". Seltsam dachte ich. Kann es sein, dass die Jungs aus der Nachbarschaft sich einen Spaß erlauben. Danach hörte ich eine andere Melodie: "I´m singing in the rain". Ich habe angefangen zu lachen. Der pink orange Frosch hüpfte herum, drehte Pirouetten und sprang in der Wasserpfütze bis die Wassertropfen meine Terrassentür erreichten.
"Guten Tag", hörte ich leise aus dem Sessel. Es war die Rosenkatze.
"Guten Tag", antwortete ich ohne mich umzudrehen.
Ich musste einfach weiter den seltsamen Frosch betrachten. Dieser sprang weiter in der Regenpfütze. Es wunderte mich etwas, dass die Rosenkatze darüber geschwiegen hat.
"Lustiger Frosch", sagte ich.
"Es ist ein Schamane", erklärte die Rosenkatze ruhig "sogar ein sehr berühmter".
In diesem Augenblick drängten sich die ersten Sonnenstrahlen durch die dunklen Wolken durch. Der Frosch unterbrach seinen Tanz nicht. Er tanzte wie wild weiter, hüpfte und sprang herum. Die Melodie hat sich wieder verändert. Diese klang etwa wie "Sunshine Reggae".
Plötzlich veränderte hüpfender Frosch seine Farbe, wurde gift grün, seine Gestalt ist kleiner geworden und dieser verschwand mit einem Sprung in den grünen Rasen.
"Wieso ist er verschwunden?" fragte ich. "Ich hätte gerne mit ihm gesprochen".
"Er ist ein sehr beschäftigter Schamane, der Jahre im voraus ausgebucht ist", meinte die Rosenkatze.
"Wie kann man Wetter Jahre im Voraus wissen?", fragte ich erstaunt.
"Genauso wie man in die Zukunft reisen kann", entgegnete die Rosenkatze gelassen.
"Es stimmt", sagte ich. Dabei dachte ich weiter an den Frosch, sein Pfeifen und vor allem an das wilde Tanzen. Ich musste einfach lächeln.
"Woher kommt er ?" fragte ich.
"Er führt die Gruppe der Schamanen des Helix Trabanten", erzählte die Rosenkatze." Er ist der beste Schamene, der verändert nicht nur das Wetter sondern kann auch seine Gestalt beliebig verändern."
Der Schamane als eine Raupe des Schmetterlings Klip.
"Das habe ich bereits gesehen", meinte ich.
"Er kann sowohl als Frosch oder Stein oder Raupe oder sogar als Mensch auftreten. Seine Wandlungsfähigkeit ist durch Jahrhunderte so perfektioniert, dass er sogar in der Lage wäre deine Gestalt anzunehmen" berichtete die Rosenkatze.
"Wie kann es sein, dass der kleine Frosch in der Lage wäre so groß wie ich zu sein?", fragte ich etwas erstaunt.
"Über die Dichte der Materie, Energie und ihre Wandlungsfähigkeit werde ich hier keinen Vortrag halten", meinte die Rosenkatze gelassen," aber die Fähigkeit Wetter zu beeinflussen kann gesteigert werden in dem der Schamane nicht nur die Umgebung sogar auch sich selbst verändern kann".
"Es klingt plausibel", sagte ich und dachte nach.
"Warum hat der Schamane gerade die Frosch Form angenommen?", fragte ich.
"Stellt dir vor, er wäre hier als ein ergrauter Mann mit gelben Sakko und schwarzen Schuhen aufgetreten und dabei auf der Terrasse Pirouetten gedreht, dann wäre in die Wasserpfütze gesprungen und dabei hätte laut: "I´m singing in the rain" gesungen", meinte belustigt die Rosenkatze.
Ich hörte stilles Lachen aus der Richtung der Lampe, die plötzlich anfing hin und her zu schaukeln.
"Du meinst, genau wie ich nach starkem Regen ?", fragte ich schelmisch.
"Ja, genau so wie du", bestätigte die unsichtbare Rosenkatze lächelnd.
Ich habe auch gelächelt.
"Inzwischen habe ich gelernt es nicht öffentlich zu tun", antwortete ich belustigt. "Wenn ich nach dem Regen tanze oder springe dann nur wenn keiner mich beobachtet."
"Warum tun es die anderen Erwachsenen nicht genauso wie Kinder es tun?" fragte mich die Rosenkatze. "Warum springen Sie nicht in die Wasserpfützen und freuen sich über Wetter?"
"Weil sie vergessen haben wie es ist nach dem Regen zu springen und dabei Freude und Spaß zu empfinden", erklärte ich, "zudem ernsthafte Menschen sind immer mit Regenschirm unterwegs und gehen um die Regenpfützen herum, anstatt zu springen."
"Die gesellschaftliche Normen legen fest wie die Gesellschaft sich zu benehmen hat ", meinte die Rosenkatze. "Jede Gesellschaft legt eigene rechtliche Grundlagen und Verhaltensweisen, die das gesellschaftliche Leben regeln, unabhängig davon ob es sinnvoll ist oder nicht.
"Es stimmt", bestätigte ich belustigt. "Wäre ich bei Kannibalen aufgewachsen, dann hätte ich Menschen zum Frühstück essen müssen".
"oder sogar Katzen", meinte die Rosenkatze und zwinkerte dabei mit den Augen.
"Menschen essen Tiere, leider", bestätigte ich.
"Was du nicht sagst", antwortete die unsichtbare Rosenkatze. "Diese Tatsache ist mir völlig neu" und ihr breites Lachen hing wieder in der Luft. Die Ironie war in ihrer Stimme nicht zu überhören.
"Guten Tag", hörte ich vor der Teerassentür. Da stand der Bibliothekar mit seinem Hund.
"Guten Tag", antwortete ich erleichtert, denn ich wollte nicht weiter über Essgewohnheiten der Menschen sprechen. Diese sind oft zu grausam für die tierischen Freunde. Es gibt Menschen, die sogar Hunde und Katzen essen.
"Ich wollte Sie fragen in wie weit sie mit dem Schriftstück vorangegen sind?", fragte mich der Bibliothekar. Der Mann war seltsam, denn als Bibliothekar war er leicht aufdringlich und sein Verhalten entsprach nicht dem Verhalten des Bibliothekars, den ich kenneglernt habe.
"Das muss doch Ihnen bekannt sein", entgegnete ich etwas überrascht.
"Wieso?", fragte mich der Bibliothekar .
"Es dauert immer einige Zeit bis man die Wahrheit erkannt hat", meinte ich.
Der Bibliothekar stand da und ich sah neben ihn zweiten weißen Hund. Dieser näherte sich dem Bibliothekar und fing an laut zu bellen. Eigentlich viel zu laut für so kleinen Hund.
Der Bibliothekar drehte sich um, veränderte plötzlich seine Gesichtsfarbe die langsam Giftgrün wurde, dann fing an schnell zu laufen und verschwand hinter dem Gebüsch.
Sein weißer Hund lief hinter ihm her.
Plötzlich sah ich den mir bekannten Bibliothekar. Wie immer höflich und freundlich, allerdings leicht besorgt.
"Haben Sie etwas über das Schriftstück erzählt ?", fragte mich leise.
"Warum sollte ich es tun?", fragte ich.
"Ich dachte, dass Sie mich mit dem falschen Bibliothekar verwechseln würden", meinte der Bibliothekar sichtlich erleichtert.
"Ihr Doppelgänger ist anders wie Sie", antwortete ich "Er ist unangenehm aufdringlich und will etwas erfahren, was sie als Bibliothekar gar nicht benötigen", antwortete ich.
Der Bibliothekar atmete erneut erleichtert."Ich habe seit mehreren Jahren einen Verfolger auf dem Fersen. Dieser will unbedingt alles über Zeitreisen und auch über mein Leben erfahren. Er ist so besessen davon, dass er sogar Diebstahl und anderen Verbrechen begangen hatte."
"Er weiß doch, dass der Schlüssel gar nicht von ihm benutzt werden kann ", entgegnete ich etwas erstaunt.
"Er weiß es noch nicht", entgegnete der Bibliothekar. "Es gibt viele Imitatoren und Nachahmer, die versuchen in fremde Welten einzudringen um Vorteile zu gewinnen. Er gehört dazu. Mein Schlüssel hätte ihm Zugang zu der Zukunft geöffnet."
"Haben Sie keine Angst ?", fragte ich.
"Ich habe doch meinen Hund", antwortete der Bibliothekar ruhig, lächelte mich freundlich an und ging langsam hinter seinen weißen Hund. Dann drehte sich kurz um und gab mir zu versthen, dass er weggeht.
"Er hat einen kleinen weißen Hund und fühlt sich beschützt", sprach ich laut." wie seltsam".
"Der kleine weiße Hund ist ein fähiger Personenbeschützer", meinte die Rosenkatze" und zwar so gut, dass er sogar den Bibliothekar beschützen kann."
"Heute glaube ich fast alles", sagte ich.
"Den falschen Bibliothekar allerdings gar nichts", sagte die Rosenkatze und lachte unverschämt.
"Die Weisheit liegt in der Fähigkeit Wahrheit von der Täuschung zu unterscheiden", sagte die unsichtbare Rosenkatze und fing an der Lampe zu schaukeln.
"Es stimmt", dachte ich.
Ich musste wieder lächeln. Wie gut, das es die Rosenkatzen gibt.
AH am 13.06.2010
Die Geschichte geht demnächst weiter.... |