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VII TREFFEN MIT ROSENKATZE(N)
Ich war im Garten um neue Rosen zu pflanzen, bordeauviolette Blütenrosen mit wunderbarem Duft der alten dalmascener Rosensorte.
"Du liebst die alten Rosensorten, wie ich sehen kann", hörte ich.
Ich drehte mich um und sah keine Rosenkatze, wie ich eigentlich erwartet habe.
"Ja", antwortete ich leise.
"Warum sprichst du so leise? ", hörte ich.
"Nun, keiner sieht dich und viele werden denken, dass ich irgendwie seltsam bin", sprach ich sehr, sehr leise.
"Wie ist es als seltsam angesehen zu werden ?", fragte mich die Rosenkatze.
"Seltsame Menschen benehmen sich nicht wie normale Menschen, sie reagieren ganz anders", versuchte ich zu erklären.
"Du meinst, es ist so wie im Sommer Winterkleider zu tragen oder auf der Straße alleine zu tanzen oder Hüte mit einer Uhr vorne zu tragen oder wenn es regnet keinen Regenschirm zu benutzen oder Schokolade mit Würmern zu essen" aufzählte die Rosenkatze.
"Schokolade mit Würmern, wie eklig, wer isst schon Schokolade mit Würmern ?", fragte ich leise.
"Die gelben Fringos, die lieben es Schokolade mit Würmern zu essen. Das wissen alle Bewohner des Helixtrabanten. Wenn sie Schokolade mit Würmern entdeckt haben, geben sie den gelben Fringos" erklärte die Rosenkatze.
"Wie sehen sie die gelben Fringos aus ?", fragte ich.
"Keiner hat sie je gesehen", entgegnete die Rosenkatze belustigt.
"Woher weiß man, dass sie gelb sind ?", wollte ich wissen.
"Das ist ganz einfach. Die Bewohner des Helixtrabanten sehen die gelbe Farbe gar nicht. Alles was nicht existiert, wird als gelb bezeichnet. So gibt es gelbe Rosen, die nie geschenkt wurden und nie von den Beschenkten empfangen werden konnten" lachte sichtlich vergnügt die Rosenkatze. "Genauso gibt es gelbe Ringe, die nie gekauft wurden oder gelbe Pralinen, die nie gegessen wurden oder gelbe Glückwünsche, die nie ausgesprochen wurden. Es sind gelbe Versprechen, die nie erfüllt worden sind", fügte sie lachend hinzu.
"Ich musste auch lachen. Gelben Fringos, was für leine ustige Idee", schmunzelte ich weiter.
Dann deckte ich die Rosenwurzeln mit Erde zu und schaute zufrieden auf die aufblühenden Rosenknospen. Die Abendsonne bestrahlte den ganzen Garten und da.... da sah ich neben der Rosenkatze das blaue Kaninchen sitzen. Das feine Halsglöckchen bimmelte leise.
"Guten Abend", begrüßte mich höflich das blaue Kaninchen ," Ich habe eine Einladung für Sie und überreichte mir einen gefalteten Brief."
"Guten Abend", antwortete ich höflich.
"Eine Einladung ?", fragte ich überrascht.
"Der König Alfonso Alfredo Adoberto, einfach als die dreifache königliche A-Qualität genannt lädt Sie zu seinen Empfang", sprach das blaue Kaninchen sehr förmlich und sehr leise. Trotzdem klang seine Stimme wie Honig und versüßte die Umgebung mit wunderbarer Honignote. Ich fühlte mich sehr geschmeichelt.
Das blaue königliche Kaninchen
"Sehr gerne", antwortete ich.
"Der Wagen wird Sie zwei Stunden vor der angegebenen Zeit abholen", fügte das blaue Kaninchen hinzu und verschwand.
"Der Wagen wird mich abholen", wiederholte ich sehr überrascht.
"Was hast du erwartet ?", fragte die Rosenkatze. "Etwa ein blaues Sonnenschiff oder eine geheimnisvolle Tür mit einen unsichtbaren Schlüssel, die sich öffnet damit du eine andere Welt betreten kannst ?", lachte sie sehr, sehr laut.
"Ja", antwortete ich weiterhin erstaunt.
"Leider, das können wir nicht anbieten", lachte sie weiter.
"Wie kommst du hierher aus deiner Welt ?", fragte ich.
"Es ist ganz einfach", antwortete Rosenkatze schelmisch, "ich bin eine Rosenkatze, schon vergessen."
"Du bist einfach frech", antwortete ich und lachte, "trotzdem möchte ich gerne wissen, wie du hierher kommst."
"Es ist eine berechtigte Frage", meinte die Rosenkatze. "Als Antwort muss ich dir die Geschichte über Tante Wilhelmina erzählen."Tante Wilhelmina und ihre 120 weißen Katzen sind verschwunden, wie du dich bestimmt erinnern kannst", fing die Rosenkatze zu erzählen.
"Ja", antwortete ich. "Was ist passiert ?", fragte ich.
"Tante Wilhelmina wollte wie alle Helixbewohner die Wunschinseln besuchen. Das tat sie auch. Eigentlich war sie dort aus purer Neugierde, denn ihre Bestimmung und gute Einnahmequelle sind die Sprüche, die sie als Schmuck verkauft. "Allerdings stellte sie dort fest, dass sie ihren inneren verborgenen Wunsch doch folgen möchte. So ist sie zurück nach Hause gefahren, hat ihre Möbel verkauft, das Haus ihrer Nichte vererbt, Katzen mitgenommen und ist verschwunden. "
"Was wünschte sie sich ?",fragte ich gespannt, "wohin ist sie denn gefahren ?"
"Das darf ich nicht sagen", antwortete die Rosenkatze mit schalkhaften Blick in den Augen.
"Bestimmt", antwortete ich und wartete auf die Geschichte.
Die zweite Rosenkatze, die goldgelbe Wüstenkatze gesellte sich zu uns . Sie lächelte von weiten. Ihre Augen glänzten wie Wüstensterne.
"Guten Abend", begrüßte sie uns höflich.
"Guten Abend", erwiderte ich.
"Ihr erzählt bestimmt die Geschichte über die verschwundene Tante Wilhelmine", meinte sie .
"Ja und bis jetzt weiß ich nicht, was passiert ist", beschwerte ich mich.
Die Rosenkatzen schauten mich an und schmunzelten, dann erzählten sie weiter:"Tante Wilhelmine hat den berühmten Kapitän R.D. kennen gelernt und sich verliebt. Er genauso. Allerdings hat sie gezögert ihn zu heiraten. Sie war unsicher ob es wirklich ihr innerster Wunsch wäre. Die Wunschinseln haben ihr geholfen sich neu zu entscheiden und ihr Leben zu verändern. Da er ein Schiffskapitän ist und ohne Schiff nicht leben kann, wollte er die weiten Segelreisen nicht aufgeben. Tante Wilhelmine wollte auch nicht alleine zu Hause bleiben und so segelt sie immer mit ihm, obwohl ihr dabei übel wird. Aber sie gibt es nicht zu" lachten die beiden Rosenkatzen vergnügt.
"Was ist denn lustig dabei ?", fragte ich mit normaler Lautstärke, "denn wir sind inzwischen im Wohnzimmer angekommen."
"Die 120 weißen Katzen sind auch dabei" lachten die Rosenkatzen noch lauter." Inzwischen nennt man Kapitän R.D. :" Katzenkapitän".
Der Kapitän R.D. mit drei weißen Katzen im Hafen. Auf dem grünen Boot sitzt der bekannte weiße Hund
Didingo. Er gehört zu den blau gepunkteten Hunden, die besonders gut Wasser vertragen. Es gibt auch
grün gepunktete, die gerne fliegen und die mit pinkigen Punkten, die Abenteuer begleiten.
"Die weißen Katzenhaare werden jeden Tag gefegt und trotzdem liegen sie überall auf dem Deck und Schiff herum. Die frechen Katzen sind überall zu finden, sogar in der Schiffsküche, wo der Koch mit immer lauteren Sprüchen versucht sie zu vertreiben. Dabei muss sich der noch mehr anstrengen als sonst, denn die Tante Wilhelmine hat besondere Essgewohnheiten" , lästerten sie weiter.
Da musste ich auch mitlachen.
"Die weißen Katzen müssen immer wieder gezählt werden" fügte die Wüstenkatze hinzu," denn sie verstecken sich gerne und wandern im Hafen herum. Der arme Lotse, die grüne Ratte Jose Hildegardo Secundo, hat solche Angst von den Katzen, dass er sogar einen Selbstverteidigungskurse belegt hatte. Damit er gefährlicher und größer erscheint, hat er Schuhe mit hohen Absätzen gekauft und ist inzwischen mehrmals die Treppe runter gefallen" lachte die Rosenkatze herzlich.
"Was sagt der Kapitän R.D.dazu ?", fragte ich auch lachend.
"Sein Leben ist umgekrempelt worden, aber er raucht in Ruhe seine Pfeife, schaut die Sonnenuntergänge beim Segeln und ist glücklich wie noch nie," erklärte die Wüstenkatze.
"Und die Katzen ?",fragte ich, "120 Katzen auf einen Schiff."
"Die Katzen sind eine besondere Attraktion geworden. Ganze Scharen von neugierigen Gaffer kommen in den Hafen und warten auf die Katzen. Es wurden Untersuchungen zu Verhaltensänderung bei Schiffsmanschaften mit Katzen, die Schiffe bewohnen, gemacht. Manche Investoren wollen sogar Schiffe mit Katzen als Reisebegleiter anbieten.Tante Wilhelmine benutzt geschäftstüchtig die gesammelten Katzenhaare um Kissenbezüge herzustellen, die besondere Heilkräfte besitzen" , lachte die Rosenkatze weiter "oder Katzenhaarsouvenirs anzubieten, die sehr begehrt sind."
"Nur der arme Lotse", lachten die Rosenkatzen jetzt ganz laut," hat sogar einen schweren und gefährlichen Säbel gekauft und versucht schnellstens Kurse im Fechten zu belegen. Dabei ist der Säbel so groß und schwer, dass der Jose Secundo ihn kaum tragen kann. So muss er zuerst Gewichte stemmen, damit er den Sebel überhaupt tragen kann. Erst später, wenn er den schweren Säbel tragen kann, wird er die Fechtkurse belegen können."
Nachdem wir alle gelacht haben, wollte ich doch noch erfahren, was die Geschichte über die Tante Wilhelmina mit meiner Einladung zu den König Alfonso Alfredo Adoberto zu tun hat und warum ich die Helixbewohnerwelt nicht genauso wie die Rosenkatzen betreten kann, aber da waren sie schon weg.
Das Lachen schallte noch kurz im Raum. Ein sehr feines Aroma, mit Rosen und Zimt angehaucht, verriet mir, dass eine unsichtbare Rosenkatze auch dabei war. Kurz glaubte ich ein feines Lachen gehört zu haben und dann....., dann wurde mir plötzlich klar, warum ich die Geschichte von Tante Wilhelmina gehört hatte.
Dann musste ich innerlich schmunzeln und lachte. Mein Gesicht fing an in der Mond bei Vollmondnacht zu strahlen.
Was sagen die Rosenkatzen immer:"Die wichtigen Geheimnisse dürfen nicht ausgesprochen werden, ausgesprochene Geheimnisse sind keine Geheimnisse mehr."
Das erste bis siebte Treffen mit Rosenkatze
A.H. 07.2007 bis 6.03.2008
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