ANNAHWELT
GLÜCKLICH WIE EIN KIND SEIN, DER WELT INS GESICHT LÄCHELN
 

         XV TREFFEN MIT ROSENKATZEN
 
 
"Brr.... wie kalt ist es bereits geworden ", sprach ich laut obwohl ich alleine im Garten war,
"Es stimmt", hörte ich.
Der Bibliothekar stand am Rande des Gartens mit seinem weißen Hund.
"Hallo, wie geht es Ihnen", fragte ich.
"Ziemlich gut", antwortete er und schaute auf vorbei fliegende Vogelschwärme.
Es waren grüne Papageien.
"Ungewöhnlich", sagte ich, denn es war viel zu kalt für die sonnenverwöhnten Vögel.
"Sie haben sich an die viel zu niedrigen Temperaturen angepasst", stellte der Bibliothekar fest und schaute sie weiter an, wie sie zusammen flogen und Figuren bildeten..
"Oh", freute sich sichtbar. " es gibt gute Nachrichten".
"Wirklich" meinte ich und schaute den Vögeln nach.
"Ich weiß, sie haben nie Vogelkunde studiert", meinte der Bibliothekar "Die Vögel erzählten, dass der König und seine Frau bald ein Kind bekommen werden"
"Wie können, die Vögel, die Erde nie verlassen haben, wissen, was in dem königlichem Haus auf dem Helix Trabanten passiert ?, fragte ich etwas verdutzt.
"Es ist wie mit Musik, die uns zum Tanzen animiert", erklärte der Bibliothekar "jede Bewegung, jede Figur kann gelesen werden wie eine bewegliche Schrift. Die Vögel tanzen im Einklang mit den kosmischen Rhytmus und übertragen die Neuigkeiten in die sichtbare Form. So können wir die Botschaften lesen, allerdings manchmal sind es viel zu viele Informationen.
 "Ich habe auch andere Neuigkeiten lesen können: über Krieg zwischen Belugs und Somnis, über eine Entdeckung auf dem 7 Mond des Saphirplaneten, über Pikliinsel oder über Nomaden, die neue Solia vorkommen gefunden haben", erzählte er weiter.
" Es ist wie mit Telefon", meinte ich " der Sprecher spricht, die Sprache wird in Wellen übertragen und dann wieder an anderem Ende werden diese in Ton umgewandelt".
"Genauso", antwortete der Bibliothekar.
"Das ganze Universum ist wie Netz mit Informationen, die abgelesen werden können", meinte ich nachdenklich.
Der Biliothekar sagte gar nichts nur nickte kurz mit dem Kopf und so bestätigte meine Vermutung.
Sein Hund schnuffelte im Garten herum und fand einen alten roten Gummiball.
Vergnügt spielte mit dem Ball und entdeckte dabei eine alte Schachtel.
Erstaunt hob ich die Schachtel aus dem Gras.
"Ich sehe sie haben die Schachtel bekommen", meinte der Bibliothekar und freute sich sichtlich.
Ich hob etwas erstaunt die alte Schachtel und konnte die seltsame Aufschrift nicht lesen.
Geschlossen war sie auch.
Ich schaute etwas ratlos in der Richtung des Biliothekars.
Der schaute mich vergnügt an und meinte: " Erwarten sie von mir keine Antwort".
Ich betrachtete genau die Schachtel. Der Schriftzug war mir unbekannt, etwa wie Vogelspuren im Schnee, einfach seltsam.
An der Seite gab es eine kleine Zeichnung mit einen gelben Vogel mit Krone.
"Die Bilder sagen uns viel mehr wie die Schriftzeichen", meinte der Bibliothekar. " Diese Sprache ist für alle lesbar"
"Es stimmt", antwortete ich.
Auf der anderen Seite habe ich den gleichen gelben Vogel mit einer Krone und mit einen gelben Punkt. Dieser Punkt glänzte wie  Messing.
Dort fand ich einen kleinen runden Teil, der beim Drücken sich nach Innen schob und so einen Seitenversteck offenbarte.
Im Inneren lag ein handgeschöpftes Stück Papier, das sorgfältig gefaltet wurde.
Langsam öffnete ich dieses und fand eine Seite mit kurzer Erzählung, die ich nicht entziffern konnte.
Jetzt verstand ich deutlich, was der Bibliothekar meinte.
Die Sprachzeichen waren ähnlich den, die ich in ägyptischen Museum gesehen hatte.
Seltsam, wer benutzt heute noch derartige Schrift. Dann wurde mir klar, dass der Bibliothekar wartete bis ich die Schachtel finde.
Er stand da und schaute mich an.
"Es wäre doch nett, wenn sie mir behilflich wären, den Text zu übersetzen", sagte ich.
Er schaute mich weiter an, lächelte mich freundlich an und ich wusste, dass ich seine Hilfe erhalten habe. Ich habe die Schachtel gefunden, die auf dem Boden lag.
"Ich werde Sie gerne wieder besuchen", sagte er.
"Es würde mich freuen", antwortete ich und hoffte noch einen Hinweis zu bekommen.
"Ich weiß, dass die Hieroglyphen nicht lesen können", antwortete er freundlich, "suchen sie die Wahrheit und lassen sich nicht irre führen", fügte hinzu und ging mit seinem Hund weiter.
Gelber Vogel mit Krone.
Schnell habe ich Internet durchstöbert und wurde tatsächlich fündig.
Es handelt sich um  Benu-Vogel mit Atef-Krone aus Ägypten. Interessant und passend zu der Schrift, der altägyptischen Hieroglyphen.
Der Benu (ähnlich wie Phönix ) war ein heiliger Vogel des Alten Ägyptens. Er wurde in Heliopolis verehrt. Sein Kult steht in enger Beziehung mit dem Kult des Sonnengottes Re. Benu wird sehr früh zum Vogel der Sonne und zum Auge des Re. Er symbolisiert das aus dem Tode entstehende Leben. Benu verkörperte in der ägyptischen Astronomie den Planeten Venus.
Im Alten Ägypten war die Atef-Krone das Herrschaftszeichen der Könige, Pharaonen und Gottheiten, beispielsweise von Chnum, Osiris, Horus und dem Horuskind. Osiris, der  hat die Atef-Krone als Zeichen seiner irdischen Herrschaft erhalten.  Die Atef-Krone außerdem die Herrschaft über Ober- und Unterägypten symbolisierte.
"Guten abend" hörte ich plötzlich.
"Guten abend" antwortete ich der Wüstenkatze.
"Schon etwas über das Kästchen herausgefunden ?", fragte sie und lächelte mich freundlich an.
"Eigentlich du könntest dabei behilflich sein", meinte ich.
"Das Kästchen ...." wollte die Wüstenkatze gerade weitererzählen als die Rosenkatze rein platzte.
Ungewöhnlich schnell fing an zu sprechen.
Allerdings ich habe nichts verstanden. Gar nichts. Es war seltsame Sprache.
Es klang wie Mischung aus Fröschen die im Frühling quacken, Luftblasen die platzen, Wasser, das auf dem Steinen fließt. Es klang ungewöhnlich.
Die Rosenkatze schaute mich an und plötzlich lachte.
"Guten abend", sagte ich freundlich und erwartete eine Erklärung.
"Guten abend" hörte ich als Antwort. Und ...
Ich hörte gar keine Erklärung.
Die Rosenkatzen brauchen keine gesprochene Sprache um zu kommunizieren also es gab noch Jemanden, der dabei war.
Ich schaute mich um und sah plötzlich eine zweite Tasse neben mir auf dem Tisch.
Seltsam, dachte ich. Ich habe keine Tasse dorthin gelegt.
Dann sah ich einen Teller daneben liegen, plötzlich saß eine Frau neben mir.
"Es ist die Madame HIU", stellte sie mir die Rosenkatze vor.
Sie sah seltsam aus. Sie war blaufarben mit Fischmund und hatte sogar kiemenartige Öffnungen anstatt Ohren und seltsame Ausbuchtungen am Hinterkopf.
 

 Madame HIU beim Abendball

Sie schaute mich an und sagte so etwas wie "blop" und eine grüne Blase kam aus ihrem Mund.
Die Blase fing an zu schweben, wechselte ihre Farbe ins rote und platzte sehr laut.
"Die Madame HIU ist wütend", erzählte kurz die Rosenkatze, "Wenn die grüne Blasen rot werden und laut platzen, dann sind die HIU`ks sehr wütend"
"Warum?" fragte ich kurz, denn alles war mehr wie ungewöhnlich.
"Madame HIU sucht ihr SIU, ihr Haustier, das ihr entlaufen ist. Dabei wusste sie, dass sie während der Erdbesichtigung mit Haustieren besonders viel Vorsicht walten muss. Normalerweise, wenn die HIU´ks die Erde besuchen, gibt es keine Probleme. Sie sind zu schnell, damit die Menschen sie sehen können. Allerdings es gibt immer Probleme, wenn die Haustiere während der Reisen mitgenommen werden. Madame HIU hatte Sondererlaubnis für ihr SIU, denn dieser gilt als besonders begabt", erzählte die Rosenkatze und unterbrach, weil die Madame SIU so plötzlich verschwunden ist wie sie gekommen war. Übrigens die Tasse und Teller sind ebenso verschwunden.
Ein grünes Gekko sprang vom Sessel und gähnte genußlich. Genau genommen war es kein Gekko. Es war eine Mischung, die so etwas wie einen Reptil ergab, der sprechen konnte. Dieser grüner Besucher sprach akzentfrei.
"Guten Abend", sagte er.
"Guten Abend", antwortete ich verdutzt.
"Ich habe mich kurzfristig entschlossen sie zu besuchen allerdings ohne die Madame HIU zu informieren", sagte mit angenehmer tiefer männlicher Stimme.
"Warum?" fragte ich und schaute ihn an.
Der SIU war sehr grün und seine Zunge bewegte sich hin und her während er sprach.
"Madame HIU ist sehr dominant und erwartet, dass die Hausbegleiter immer auf Schritt und Tritt sie begleiten. Dabei langweile ich mich so sehr. Die Gespräche, die Madame HIU führt betreffen die langweiligen GOOO Muschel, die langweiligen Feuchtigkeitscremes oder die langweilige Bademode. Ich dagegen möchte während der Reisen die Bewohner, ihre Sprachen, ihre Sitten kennen lernen", antwortete der SIU.
"Das kann ich gut verstehen", meinte ich und lächelte ihn freundlich an.
"Die HIU´ks verreisen immer zusammen", erklärte die Rosenkatze. "Da sie sehr schnell reisen können, sind sie in der Lage während eines Tages mehrere Planeten zu besuchen".
"Erstaunlich" sagte ich.
"Wir leben in einem sehr feuchtem, heißen Klima", erklärte der SIU,"Um der Hitze zu entkommen, vor allem dann wenn die Sonne sich zu nah an den Planeten wagt,  verreisen wir. Es wird unerträglich heiß obwohl wir unter dem Wasser wohnen. Die Wassertemperatur nimmt schnell zu und  die Blasen trockenen sofort, wenn wir Festland betreten".
"Die HIU´ks haben inzwischen mehrere Schutzschilder gegen die Sonneneinstrahlung gebaut und tüfteln weiter an einer großen Windmaschine, die die Oberfläche kühlen soll, aber bis jetzt ist es noch nicht so weit", erklärte die Rosenkatze.
Plötzlich war Madame HIU wieder da. Dann ist sie und ihr SIU verschwunden.
"Tatsächlich sind es die SIU, die fremden Sprachen sprechen, die Pläne für Windmaschine erarbeiten oder sich an der sinnvollen Bewirtschaftung der Planeten betätigen“, erklärte die Wüstenkatze.
„Je klüger sind der Hausbegleiter, den die HIU´ks besitzen um so mehr steigen sie gesellschaftlich auf", klärte mich die Rosenkatze auf.
"Ich verstehe, die HIU´ks sind von den SIU abhängig. Denn ohne ihre Intelligenz wären sie niemals in der Lage ihr Planet weiter zu bewohnen und zu überleben", sagte ich.

"Die SIU wissen es und wollen es ändern", erklärte es kurz die Wüstenkatze, " sie werden mehr Rechte anfordern und bestimmt bekommen".
Dann war wieder der SIU da. Schaute mich und die Rosenkatzen an und sagte: " Es war für mich ein Vergnügen mit Ihnen zu sprechen" und verschwand.
Die Rosenkatzen schauten mich an.
"Die Intelligenz kann sich manchmal in seltsamen Formen zeigen." erklärten sie mir.
"Ich weiß es bereits", antwortete kurz, schaute beide an und fing an zu lächeln, dann lachte ich laut und vergnügt.Die Rosenkatzen lachten mit mir.
 
Die Lampe unter der Decke schaukelte ziemlich stark. Ein nettes Lachen war auch von dort zu hören.
"Zusammenlachen macht Spaß", stellte die unsichtbare Rosenkatze fest und wir lachten vergnügt weiter.
 
 
A.H. am 20.02.2010
 
 
                                                                                  Die Geschichte geht weiter