ANNAHWELT
GLÜCKLICH WIE EIN KIND SEIN, DER WELT INS GESICHT LÄCHELN
 
 
                     V BEGEGNUNG MIT ROSENKATZE
 
Die Rosenkatze kam ungewohnt aufgeregt an. Ich sah sie zum ersten Mal in Eile. Sie wartete nicht auf meine Begrüßung und  fing direkt an zu erzählen: "Tante Wilhelmine ist verschwunden. Sie und ihre 120 Katzen sind weg. Einfach so."
 
"Wie kann es möglich sein?", fragte ich erstaunt.
 
"Sie war schon immer exzentrisch und reiste viel und gerne. Die Reisen dienten ihrer geistigen Entspannung wie sie selber zu  sagten pflegte. So reiste sie zu den wunderbaren Wunschinseln in der Mitte des Sehnsuchtmeeres."
 
"Wunschinseln", wiederholte ich, "es klingt wie aus einem Reisekatalog."
 
"Für alle Bewohner des Helixtrabanten ist die Reise zu den Wunschinseln eine lebenswichtige Erfahrung, denn dort lernen sie ihre Wünsche kennen. Die Kleinen und Großen, die wichtigen und unwichtigen Wünsche können dort gesehen werden." erklärte die Rosenkatze.
 
"Wieso müssen die Helixtrabantenbewohner diese Reise unternehmen?",  fragte ich. "Schließlich jeder kennt seine Wünsche" meinte ich noch altklug dazu.
 
 Hier lachte die Rosenkatze, sie krümmte sich fast vom Lachen, zeigte ihre gelbe Zähne.  Ich lachte mit ihr.
 
"Denkst du wirklich, dass du deine eigene Wünsche kennst oder sind es einfach die Wünsche deiner Familie, deiner Freunde oder der Dimpdampwelt, die du übernommen hast?" , fragte die Rosenkatze.
 
"Dimpdampwelt, wo befindet sich diese?", fragte ich erstaunt.
 
"Die Dimpdampwelt ist eine Spiegelwelt, die dir die Wünsche der anderen zeigt als ob es deine wären." "Hier ein Beispiel, wenn du unbedingt einen roten Ball mit weißen Punkten haben musst, weil du so einen bei Bekannten, oder bei einem Kind auf der Straße gesehen hast. Du hast die Freude gesehen, die es einem bereitet mit dem roten Ball zu spielen und du möchtest genauso fröhlich sein. Somit suchst du so einem Ball um Freude zu erleben obwohl du sie auch mit einem gelben Ball mit roten Punkten oder grünem Ball mit weißen Punkten erleben könntest oder gar keinen Ball dafür haben musst.", erzählte sie sichtlich vergnügt über mein Unwissen.
 
"Ja, jetzt weiß ich was du meinst", sagte ich. "Ich erinnere mich gerne an mein rosa Fahrrad aus der Kindheit und bis heute schaue ich gerne Kinder, die rosa Fahrrad fahren an und spüre die Freude in mir steigen."
 
"Willst du kein rosa Fahrrad fahren?", fragte die Katze und schaute mich schelmisch an.
 
"Nein", antwortete ich, "denn ich mag rote glänzende Fahrräder mit weißen Sätteln oder grüne glänzende Fahrräder mit roten Sätteln."
 
"Gut", lachte die Rosenkatze," jetzt verstehst du, dass die Reise zu den Wunschinseln für die Bewohner des Helixtrabanten einiges klären kann. So erfuhr der Gärtner Herr "T", der vorher ein Mathematiker war und eigentlich Unterricht hasste, dass sein wahrer Wunsch ist Gärtner zu sein. Er hat immer seinen doppelten grünen Daumen dazu benutzt eine doppelte Sinuslinie zu zeichnen. Jetzt freut er sich über besonders gelungene Singrosen, die ihm berühmt gemacht haben. "
 
"Ich vermute, dass der Dr. Dr. Aparto Vogel bis jetzt die Inseln nicht besucht hat",  sagte ich.
 
"Im Gegenteil", erzählte die Rosenkatze. "Er fährt jedes Jahr dorthin und kommt jedes Jahr mit neuen Erkenntnissen" lachte die Rosenkatze herzlich. "So hat er erfahren, dass er unbedingt ein Bildhauer zu werden wünschte. Nach seiner Rückkehr kaufte Bildhauerwerkzeug und fing an Kurse zu besuchen. Viele verschiedene Kurse, die ihn berühmt gemacht haben und zwar als den unmöglichsten Schüler der Bildhauerkunst. Denn er wollte dabei seine berühmte Feder nicht beschmutzen und seine lilafarbene Beine schonte er mit langen violetten Schuhen. So sprang er mit Meißel und Hammer herum und versuchte dabei eine Skulptur zu erschaffen, die ihn weltberühmt machen sollte. Dabei ist er so oft und heftig gesprungen, dass die violette Schuhe rote Punkte bekamen.Sogar Feuerfunken flogen herum. Dabei hat er die Haare seines Lehrer entzündet und die Kleider von Madame "C" angebrannt, die gerade eine Skulptur für ihr Garten erwerben wollte.
 
"Ist er Bildhauer geworden?",  fragte ich.
 
"Selbstverständlich nicht", lachte die Rosenkatze. "Allerdings seine Art mit den violetten Schuhen zu springen, gab den Ursprung für den bekannten "Dr. Dr. Aparto" Tanz. Dieser wird bei alljährlichen Treffen der Rosenkatzen aufgeführt."
 
"Oh", sagte ich überrascht. "Es gibt mehrere Rosenkatzen und ein Treffen.
 
"Selbstverständlich gibt es mehrere Rosenkatzen", lachte die Rosenkatze. erneut. "Dachtest du, dass ich einer aussterbenden Spezies angehöre und mein trostloses Dasein allein verbringe?", lachte sie vergnügt weiter.
 
"Du bist frech",  sagte ich und lachte mit. "Wie viele Rosenkatzen gibt es eigentlich?" fragte ich weiter.
 
"Sehr viele", antwortete die Rosenkatze.
 
"Sind sie alle so wie du?",   fragte ich weiter.
 
"Du meinst mit türkisfarbenen Fell, verschieden farbenen wunderbaren Augen und mit lustigen Lächeln?" fragte die Rosenkatze.
 
"Ja, genauso",  bestätigte ich.
                    
                                             Rosenkatzentreffen  
"Es gibt verschiedene Rosenkatzen. Einige, die in der Wüste wohnen, andere die eine kalte Welt bevorzugen, wiederum andere die Meere oder andere Galaxien bewohnen. Manche haben die gleiche Fellfarbe wie ich, andere sind weiß wie Polarschnee und haben korallenfarbene Augen, damit sie sich in der kalten Welt wohl fühlen oder fliegende Rosenkatzen, die unsichtbar sind und nur ihr Duft verrät, dass sie da sind."
 
"Wie ist es mit Rosenkatzen, die andere Galaxien bewohnen, wie sehen die aus?",  fragte ich .
 
"Manche haben 12 Beine oder drei Ohren",  lachte die Rosenkatze.
 
"Du machst dich lustig über mich",  sagte ich vorwurfsvoll.
 
"Wie stellst du dir andere Galaxien vor?",  fragte ernsthaft die Rosenkatze.
 
"Einfach anders als auf der Erde, manche mit zwei Sonnen oder mehreren Monden, mit enormenTemperaturunterschieden, einige mit sonderbaren Geschöpfen", erzählte ich.
                                        
                                                        Helixtrabant mit sichtbarem Doppelsonnensystem
 
"Es ist so, wie du es dir vorstellst", erzählte die Rosenkatze, "allerdings es gibt Planeten oder Galaxien, wo nichts interessantes passiert oder es einfach nur langweilig ist. Dort wollen die Rosenkatzen nicht verweilen. Dort gibt es selten Geheimnisse die interessant sind. Denn letztendlich, wer interessiert sich für die Mjuks, die sprachlos leben und gerne unter Wasser ihre Geheimnisse über Wasserblasenspiele austauschen. "
 
"Im Wasser Geheimnisse austauschen, wie ist es möglich?", fragte ich.
 
"Sie benutzen die Wasserströmung, die sie zum Schwingen bringen und so kommunizieren sie über weite Entfernungen. Allerdings die meisten Geheimnisse betreffen die Strategie Lieblingsspiels der Mjuks: Wasserblasen in Unterwasserkörbe zu bringen, um sie später nach Farben zu sortieren. Sie mögen besonders verschiedene grüne Töne oder helllila Töne.
 
"Warum tun sie es?", fragte ich.
 
"Sie haben die Freude dabei mit Wasserblasen zu spielen", antwortete die Rosenkatze. "Genauso wie manche Menschen gerne große Fische fangen, sich mit dem Fisch fotografieren und dann diesen Fisch frei lassen. Sie wollen mit den größten Fisch fotografiert werden", erzählte sie weiter vergnügt.
 
"Ich verstehe, was du sagen willst",  fügte ich hinzu," jeder ist mit eigenenem Spiel beschäftigt. "
 
"So ist es",  bestätigte die Rosenkatze und verschwand.
 
                                                                                        Die Geschichte geht weiter