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III TREFFEN MIT DER ROSENKATZE
Es sind fast drei Monate vergangen. Langsam machte ich mir Sorgen.
"Haben Rosenkatzen Feinde, werden sie krank ?", dachte ich unentwegt.
"Guten Abend" hörte ich die bekannte Stimme.
"Guten Abend", antwortete ich froh.
"Wo warst du denn so lange ?" fragte ich sofort.
"Typisch ungeduldig wie alle Menschen", meinte die Rosenkatze. "Hier und dort", antwortete sie und lächelte mir freundlich zu. "Ich habe sehr gute Neuigkeiten für dich."
"Du bist drei Monate nicht da gewesen" sagte ich und schaute sie vorwurfsvoll an
"Du weiß nicht, dass die Zeit relativ ist" sagte sie und lächelte friedlich. "Für dich waren es drei Monate für mich zwei Stunden. Eigentlich habe ich mich beeilt."
"Und das soll ich glauben?" sagte ich. "Ich habe drei Monate gewartet und du warst lediglich zwei Stunden weg."
"Ja" bestätigte es die Rosenkatze ernst. "In meiner Welt sind die Uhren ganz anders gebaut. Es gibt Uhren für diejenigen die viel Zeit haben wollen mit 48, 166 oder sogar 252 Stunden pro Tag. Sie können viel Zeit mit Freunden, Familie oder im Garten verbringen. Wenn sie wollen sogar mehr. Es gibt spezielle Anfertigungen, bei denen sie nach Wunsch sogar 1008 Stunden pro Tag haben."
"Ja, sicher" , antwortete ich unglaubwürdig, "wie du bestimmt weiß, ein Tag und seine Dauer hängt doch mit der Sonne und Erdumdrehung zusammen."
"Auf der Erde ist es so, aber dort woher ich komme, bestimmen wir unsere Zeit selbst" entgegnete die Rosenkatze.
"Will ich mehr Zeit haben, nehme ich eine andere Uhr. Ich kann sogar meine Stunden verlängern indem ich eine Uhr nehme, bei der eine Stunde 1200 Minuten oder sogar 36 000 000 Minuten hat. "
"Du übertreibst schamlos", entgegnete ich.
Insgeheim war ich froh sie zu sehen, aber ich erwähnte es nicht.
"Bist du froh mich zu sehen?"f, fragte mich die Rosenkatze sofort.
"Ja", antwortete ich.
"Warum sagst es mir nicht?" , fragte sie mich weiter.
"Ich weiß es nicht, vermutlich, weil ich verlernt habe meine Freude sofort zu zeigen", ergänzte ich."
"Schade", meinte die Rosenkatze," aber du kannst es noch ändern. Ich würde mich freuen, wenn du dich freust mich zu sehen". Sie lächelte mich besonders freundlich an.
"Was hast du gemacht?", fragte ich schnell nach um die Freude nicht zu zeigen. Ich erröte sehr oft dabei.
Du muss mir versprechen, dass du einfach nur zuhörst, bei dem was ich dir zu erzählen habe und stellst keine Fragen", verlangte die Rosenkatze .
"Gut", versprach ich und wartete gespannt.
"Meine gute Bekannte Madame "C" , so genannt, weil sie unzählige Vornamen wie Cecily Ambrosia Teophania Amouk Imphona Krophne Lydia um einige zu nennen, hatte. Deswegen wollte sie nur Madame "C" genannt werden.", fing an die Rosenkatze zu erzählen.
"Warum hat sie so viele Vornamen?", fragte ich neugierig.
"Du hast versprochen mir zuzuhören", erinnerte mich die Rosenkatze. "Die vielen Vornamen hat sie als Ergebnis des Streits zwischen ihrem Vater und der Zuordnungsbehörde, die einfach den Vornamen Cecily nicht akzeptieren wollte" erzählte sie weiter.
"Wieso?" unterbrach ich wieder.
Dich kann man nicht lehren nicht zu fragen, nicht wahr?", lachte zufrieden die Rosenkatze. " Irgendwie war es mir immer klar." , meinte sie vergnügt dazu. "Der Vorname Cecily war verpönt," erzählte sie weiter, "weil der berühmte König Alfonso Alfredo Adoberto, der auch als der dreifache königliche "A" genannt wird von seiner Frau Cecily verlassen worden ist", erklärte die Rosenkatze.
"Man munkelt es lag an seiner Größe", fügte Sie hinzu.
"An seiner Größe ?" , fragte ich wieder.
"Er ist kleiner als seine Frau, kleiner als seine Diener und Untertanen. Um größer zu wirken, hat er einen Thron, der sehr hoch ist," erzählte die Rosenkatze. "Der Thron ist so groß, dass immer nur eine Thronhälfte auf ein Foto passte. So gibt es Fotos mit der oberen Hälfte des Throns und andere mit der unteren Hälfte des Throns."

Thron von König Alfonso Alfredo Adoberto ( Oberteil )
Thron von König Alfonso Alfredo Adoberto ( Unterteil )
"Warum hat ihn seine Frau eigentlich verlassen?" , fragte ich.
"Es gibt zwei Antworten darauf", meinte die Rosenkatze. "Die erste, dass er zu klein für sie war."
"Die wahre Antwort ist die zweite. Nämlich, sie war mit ihm unglücklich, weil er ......"
Plötzlich unterbrach die Rosenkatze die Erzählung. "Warte", sagte die Rosenkatze. "Ich sehe jemanden, der eigentlich hier nicht hingehört."
"Wer ist denn das?" , fragte ich unruhig.
"Pssssssst...," sprach leise die Rosenkatze. "Hier ist das blaue Kaninchen."
"Das blaue Kaninchen?", fragte ich erneut.
"Psssssst...", wiederholte sie.
"und jetzt?" , fragte ich nach drei Minuten in Stille.
Die Rosenkatze war weg. Dafür sah ich wunderbares blaues Kaninchen mit langen Ohren sitzen. Sein Halsglöckchen bimmelte und seine weißen Zähne glänzten in der Abendsonne.
"Guten Tag", sagte ich freundlich. Eigentlich wollte ich testen, ob das blaue Kaninchen mit langen Ohren auch spricht.
Das Kaninchen schaute mich an, blinzelte mit den Augen und verschwand sehr schnell. So saß ich da. Die Sonne ging langsam unter. Der Mond wurde immer größer, die Sterne blinzelten mir zu. Leise kam die Rosenkatze wieder. Eigentlich sah ich nur ihre Augen, die in Mondschein immer gelblicher wurden.
"Ich musste kurz weg", meinte sie lakonisch. "Jetzt bin ich wieder da."
Ich antwortete nicht, denn es war so still und ich wollte die Ruhe des aufsteigenden Mondes geniessen.
"Du genießt die Ruhe des aufsteigenden Mondes", stellte die Rosenkatze fest. "Ich geniesse sie auch" fügte sie hinzu .

Die Stille des Mondes breitet sich aus...
Wir saßen beide da und betrachteten den Mond. Die Stille wuchs und wurde zu einer Festung in der wir beide gemütlich
Platz nehmen konnten. Alle Geschichten, die lustigen und die traurigen, warteten um erzählt zu werden.
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