Die Wolken bewegten sich langsam am Himmel. Ich genoss das Anblick. Ein Wolkennarr mit Pfeife war zu sehen. Ein Elefant mit einer großen weißen Mütze flog dicht daneben. Weit entfernt segelte ein großer Drache vorbei, daneben weilte ein weißer Wolkenhund, der fast die Hälfte des Himmels einnahm. Paar Minuten später eilte eine weiße Wolkenkatze vorbei, die mich freundlich anlächelte.
"Guten Tag", hörte ich bekannte Stimme.
"Guten Tag" antwortete ich noch leicht verträumt von den Wechselspiel der Wolken.
"Es freut mich, dass du die Wolken betrachtest", sagte die Rosenkatze mit wohlwollen in der Stimme. "Die Wolkenformationen sind für alle Helixtrabanten Bewohner eine wichtige Quelle des Wissens
"Es stimmt", pflichtete ich bei, " auch auf der Erde kann man aus der Wolkenformationen mehr über Wetter erfahren.
"Darüber habe ich nicht gesprochen", antwortete die Rosenkatze und lachte mich an. In diesem Augenblick erinnerte sie mich an die weiße Wolkenkatze. "Du verstehst Sinn des Wolkenorakels", meinte die Rosenkatze sehr zufrieden.

Der Himmel im Sommer mit Wolkenerzählern
"Ich mag seit meiner Kindheit Wolken zu betrachten, die wunderbaren Wolkengestalten und Formen zu deuten. Es ist wie eine riesengroße Kinoleinwald mit vielen Geschichten, die darauf warten erzählt zu werden", antwortete ich.
"Genau, so ist es", bestätigte die Rosenkatze und erzählte entspannt:
"Es gibt einen sehr bekannten Wolkendeuter auf den Planeten D. Alle nennen ihn Sutu was so viel "Betrachte und Verstehe" bedeutet. Seine Familie ist seit Generationen dafür bekannt Söhne mit der Fähigkeit Wolkenorakel zu deuten, zu bekommen".
Jetzt setzte sich Rosenkatze bequem auf dem Sessel, zeigte ihre wunderbaren gelben Augen und erzählte leise weiter.
"Die ganze Geschichte hat eigentlich auf den Planeten A angefangen", erzählte sie entspannt. Dann machte sie Pause und erzählte weiter: "In der Urzeit, wo die Bewohner des heutigen D Planeten noch den Planeten A bewohnten, waren viele Bewohner durchsichtig. Wenn sie keine Kleidung trugen, konnte man sie eigentlich nicht sehen. Nur während der "Orangener Tage" wenn der orangene Stern Hoglio schien, waren sie sichtbar. Alle Bewohner waren sehr musikalisch, spielten Horn und lebten mit Himmelsgezeiten im Einklang. Nur die Wolken waren für sie unerfreuliche Geschöpfe des Himmels."
"Jeder weiß doch, dass die Wolken irgendwann Regen bringen", meinte ich etwas erstaunt.
"Nun mal, wenn du die Erde betrachtest ist tatsächlich so", meinte gelassen die Rosenkatze. "Auf den Planeten A gab es keinen Regen, denn dort gibt es kein Wasser. Die Wolken waren eine Art Staubwolken, die rumwirbelten und den Sternenhimmel verdeckten".
"Es gibt kein Leben, wo es kein Wasser gibt", meinte ich erstaunt.
"Es stimmt", antwortete die Rosenkatze. Erde ist sehr reich an Wasser, aber es gibt andere Planeten wo extrem wenig Wasser oder gar kein Wasser gibt".
"Dort gibt es auch keine Menschen", sagte ich.
"Wer hat behauptet, dass die Bewohner des A Planeten Menschen waren", fragte mich belustigt die Rosenkatze. " Ich bestimmt nicht", behauptete sie und lachte dabei sichtlich vergnügt."
Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass die Erdbewohner den gesamten Weltall als Ort, wo nur Menschen wohnen können, betrachten. Eigentlich, du musstest es besser wissen", meinte sie schelmisch und blickte mich belustigt an.
"Ich habe auch nicht behauptet, dass die A Planeten Bewohner Menschen sind, ich meinte nur, dass dort wo kein Wasser gibt, gibt es keine Menschen", antwortete ich gelassen.
"Ich weiß, es", antwortete die Rosenkatze und zwinkerte mit den gelben Augen..
"Kannst du mehr die Bewohner des Planeten A erzählen", fragte ich.
"Sie brauchten kein Wasser", erzählte weiter die Rosenkatze. Ihr Energiebedarf deckten sie aus der Sonne. Sie verwendeten nicht viel Zeit mit Nahrungssuche denn diese erfolgte wie Photosynthese mit Hilfe der Sonnenenergie. Deswegen mochten Sie keine Wolken, denn diese sie von der Nahrungsquelle trennten", erzählte die Rosenkatze.
"Sie verwendeten viel Zeit um riesengroße Windmaschinen zu bauen, die die Staubwolken verschieben konnten. Diese positionierten sie auf Orbit des Planeten und...... haben angefangen sich zu streiten. Denn wenn die Wolken von einer Seite des Planeten auf die andere Seite verschoben wurden, haben die Bewohner der anderer Planetenhälfte kein Sonnenlicht bekommen", erzählte weiter die Rosenkatze.
"Es stimmt", bestätigte die Wüstenkatze.
"Ich grüße euch", sagte Sie und erzählte heiter weiter. " So haben sich die Bewohner der Nordseite zusammengeschlossen und versuchten die Bewohner der Südseite mit den Wolken zu bedecken".
"Ich kann mir vorstellen, wie das Ganze endete", sagte ich .
"Du meinst genauso wie auf der Erde, wenn es um knappe Ressourcen geht?" fragte mich die Wüstenkatze.
"Ich vermute es kam zum erbitterten Streit", sagte ich. "Es wäre fast so gewesen, gäbe es nicht den Wolkendrachen Tiglio", antwortete die Wüstenkatze. " Der Wolkendrache Tiglio lebte in den Staubwolken, genoss die Staubbäder mit den Wüstensand und liebte die wunderbare Reisen um den Planeten A. So konnte er mehrere Sternekonstelationen pro Tag betrachten und Bücher über Philosophie schreiben."

Drache Tiglio fliegt entspannt
"Als er merkte, dass die Windmaschinen immer größer wurden, zeigte sich der Drache Tiglio zum ersten mal den Bewohner des Planeten A", fügte die Rosenkatze hinzu.
"Allerdings konnten diese seine Sprache nicht verstehen", erzählte weiter die Wüstenkatze.
"Es war genauso, als wenn du Urlaub in fremdem Land machen würdest und die Sprache gar nicht kennst. Keiner hat ihn verstanden. Viele sahen den riesigen Wolkendrachen und hatten Angst von ihm. "Will er etwa uns das Sonnenlicht stehlen?" haben sich gefragt und fingen sich gegen ihn zu rüsten. Der besorgte Drache Tiglio wollte mit den Bewohner sprechen und alles erklären, aber wusste nicht wie."
"Zuerst hat er gesungen", erzählte die Rosenkatze. " Er meinte, dass die Bewohner, die Musik mögen, werden seine gute Absichten verstehen. Allerdings wusste er nicht, dass seine Musik nur Angst und Schrecken bei den Bewohnern erweckte. Für Sie klang sein Gesang wie ein lautes Düsenflugzeug und so hatten sie sich verständlicherweise versteckt."
" Ich verstehe es nicht, er war doch ein Philosoph, ein kluger Kopf", sagte ich etwas erstaunt " so etwas musste er doch wissen" behauptete ich.
" Du gehst davon aus, dass die Philosophen alles wissen ?", fragte mich belustigt eine Stimme.
Selbstverständlich war es die unsichtbare Rosenkatze.
"Wenn ich darüber nachdenke, ", sagte ich " muss ich feststellen, dass die Philosophen nicht alles wissen können. Denn sie sind keine Naturwissenschaftler, die die Sprach-, Ess- und Verhaltensgewohnheiten studieren. Sie befassen sich eigentlich mit Prinzipien."
"Genauso ist es", antwortete die Wüstenkatze. " Der Drache brauchte jemanden, der ihn verstehen würde."
"Zuerst allerdings musste er eine Methode der Kommunikation entdecken, die ihm ermöglichte seine Gedanken und Vorschläge zu verbreiten. So kam er auf die Idee aus den Wolken große Bilder zu erstellen", ergänzte die unsichtbare Rosenkatze.
Dabei sah ich wie die Deckenlampe fing an zu schaukeln. Fast war es so als ob die unsichtbare Rosenkatze die Lampe als Schaukel benutzte.
Wie ich später feststellte, sie mochte alle Arten von Schaukeln benutzen.
"Zuerst malte er Wolkenblumen", erzählte unbeirrt die Rosenkatze weiter." Allerdings die Wüstenbewohner kannten keine Blumen und dachten, dass diese Blumenwolken da sind um ihre geliebte Sonne zu verdecken. Somit wurden sie um so mehr erbost und wollten den Drachen vertreiben."
"Es war genau so", bestätigte die Wüstenkatze," Gute Absichten reichen oft nicht aus. Die Gegenseite muss diese verstehen."
"So ist es", bestätigte die Rosenkatze, "gute Absichten reichen nicht aus, sie müssen vor allem verstanden werden".
"Irgendwann kam der Drache Tiglio auf die Idee eine nachvollziehbare Botschaft mit Hilfe der Wolken zu erzählen", erzählte die Wüstenkatze weiter."So erzählte er, dass es ein Besuch aus den Ho System unterwegs ist und in 3 Wochen eintreffen wird. Diese Botschaft hat ein junger Mann namens Sutu sehen können und es weiter erzählte. Leider, keiner wollte es ihm glauben, denn er war jung und galt als Träumer. Erst dann, wenn tatsächlich die Besucher aus dem Ho System eingetroffen sind, waren alle überrascht, dass der junger Mann es vorhergesagt hatte. Seit dieser Zeit war der junger Mann immer wieder mit neuen Botschaften angekommen. Dann konnte endlich Drache Tiglio seine Ideen und Vorschläge unterbreiten. Der Drache hat vorgeschlagen, dass die Bewohner des A Planeten die Zeiten der Wolkenverschiebung abstimmen und so herrschte wieder Frieden auf den Planeten A."
"Was mich noch interessieren würde", sagte ich,"warum leben die Bewohner des Planeten A inzwischen auf den Planeten D ?"
"Diese Frage hatte ich erwartet ", bestätigte die Rosenkatze. "Die Bewohner des Planeten A sind wegen der Sonnenenergiestärke, die durch die neue zweite Sonne zugenommen hat zuerst auf den Planeten B, dann C, später auf D umgesiedelt. Die zweite Sonne entstand während der nicht genau durchgeführten Verschiebung der Zeit"
"Nicht genau durchgeführte Zeitverschiebung", wiederholte ich.
"Wie kann man die Zeit verschieben?" fragte ich erstaunt.
"Es ist doch so einfach", antwortete die Rosenkatze und lächelte mich an.
"Die einfachste Sache der Welt ", versicherte mich die unsichtbare Rosenkatze. Die Lampe auf der Decke bewegte sich so als ob jemand einen Sprung gemacht hätte.
"Die Zeit zu verschieben ist wirklich nicht schwer", fügte die Wüstenkatze hinzu " wichtig dabei ist..."
"Jetzt bin ich wirklich neugierig", unterbrach ich leise und hörte plötzlich das bekannte Glöckchen klingeln.
Das königliche blaue Kaninchen ist gekommen. Natürlich waren sofort alle Rosenkatzen weg. Bestimmt war ihre Hilfe in dem Königlichen Haus dringend benötigt.
Nur leise hörte ich noch : "bei den nächsten Treffen ".....
Ich erwartete, dass das Kaninchen auch wie üblich verschwindet, aber da hörte ich.
"Guten Tag", sagte freundlich das blaue Kaninchen.
"Guten Tag" antwortete ich ebenso freundlich.
" Ein Geschenk aus dem königlichen Haus", sagte das Kaninchen und überreichte mir ein Päckchen.
"Danke schön", sagte ich etwas überrascht, denn ich habe nichts erwartet.
Ich öffnete langsam das Päckchen auf und es stockte mir fast den Atem. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Es war einfach wunderbar.Das Kaninchen lächelte mich an und sagte freundlich: "Ich bin beauftragt worden das Geschenk zu überreichen und jetzt verabschiede mich" und ging. Dann drehte sich kurz um und erklärte: " nur wenige haben das Glück" und verschwand.
Das Glöckchen bimmelte immer leiser. Tick, Tak, Tick, Tak begleitete sie die Uhr aus der Küche.
A.H am 21.09.2009
Die Geschichte geht weiter